Morgenstimmung – Ein musikalischer Bilderbogen

Mit Musik vom Feinsten begeisterte das 1. Orchester des Akkordeon-Orchesters Ebersbach bei seinem Matinee-Konzert am Sonntag das Publikum. Dirigent Edmund Holzwarth hatte ein Programm ausgewählt, das die Zuhörer musikalisch in einen freundlichen und fröhlichen Tag begleitete.

Die Peer-Gynt Suiten 1 und 2 von Edvard Grieg nach dem Drama Peer Gynt von Henrik Ibsen gehören zu den bekanntesten Orchesterstücken der romantischen Musik. Rudolf Würthner und Heinz Waldvogel hatten die Suite Nr. 1 für Akkordeonorchester bearbeitet. Mit dem 1. Satz Morgenstimmung begann das Orchester das Konzert. Einfühlsam zeichneten das Orchester und die Elektronien mit ihren Flötentönen die aufgehende Sonne und den beginnenden Tag. Die beiden folgenden Sätze Ases Tod und Anitras Tanz sind zwar weniger bekannt, aber zu hören trotzdem ein Genuss. Der letzte Satz In der Halle des Bergkönigs forderte von den Orchesterspielern Fingerfertigkeit und Kraft, denn er endet in einem fulminanten Tempo und Fortissimo. Die Zuhörer waren begeistert.

Mit Pavane von Gabriel Fauré in der Bearbeitung von H.G. Kölz entführte das Orchester das Publikum in die Barockzeit. Wunderschöne alte Musik, durch das Orchester gefühlvoll vorgetragen, verzauberte das Publikum.

Danach ein musikalischer Schwenk. Emotions ist eine Romantic-Fantasy des zeitgenössischen Komponisten Hans-Günther Kölz. Edmund Holzwarth zeigte dabei mit seinem Orchester, das von Birgit Hedrich am Flügel begleitet wurde, dass es mit hervorragend gespielter Unterhaltungsmusik die Zuhörer faszinieren kann. Ebenso mit dem dann folgenden Musikstück Habanera und Malaguena, einer spanischen Ballettszene von Paul Kühmstedt in der Bearbeitung von Rudolf Würthner. Das Stück wurde speziell für Akkordeonorchester komponiert, wobei über weite Teile die Elektronien mit ihren Möglichkeiten, Zusatzinstrumente wie Fagott, Oboe und Posaune darzustellen, die Solostimmen übernahmen. Gekonnt folgten die Spielerinnen und Spieler ihrem Dirigenten bei den Tempi- und Rhythmuswechseln. Gefordert war hier auch Dietmar Scholz am Schlagwerk, der u.a. mit Tambourin und Kastagnetten für den entsprechenden Rhythmus sorgte.

Als Abschluss des Konzerts musizierte das Orchester unter seinem Dirigenten E. Holzwarth die Ouvertüre Ruslan und Ljudmila von Michail Iwanowitsch Glinka, ebenfalls in der Bearbeitung von Rudolf Würthner. Dieses Stück stellt höchste Ansprüche an ein Orchester und fordert von Spielern und Dirigenten technisches Können und hohes musikalisches Einfühlungsvermögen. In atemberaubendem Tempo gespielt, fein differenziert die Pianostellen und ein grandioser Schlussakt am Ende begeisterte das Publikum, das sich bei Spielern und Dirigenten mit lang anhaltenden Applaus bedankte. Mit der Tick-Tack-Polka, einer Polka schnell von Johann Strauß als Zugabe, verabschiedeten sich das Orchester und sein Dirigent, der auch fachlich fundiert und humorvoll die Musikstücke kommentierte.

Der Vormittag hat sich gelohnt, meinten zwei Besucher, und fragten bereits nach dem Termin des nächsten Konzerts.

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